Bin ich böse, wenn ich die Bosheit benenne? Wenn ich deren Wirkung zum Ausdruck bringe? Wenn ich klipp und klar in Worte fasse, DASS ich die Bösen böse finde? Und falsch? Ja, mehr noch: Ich verstehe sie nicht! Ich verstehe die Bösen nicht. Nie. Die Mechanismen, Abläufe, Zusammenhänge böser Taten sind mir vertraut. Aber die Entscheidung dafür, sich dem Bösen zu überlassen, es durch sich selbst auszuführen, den Grund für diese Entscheidung verstehe ich nicht.

Jeder von uns ist frei, sich zu entscheiden: Werde ich böse, weil mir Böses angetan wurde? Bleibe ich dem Leben und der Liebe treu, weil mir Böses angetan wurde? Verschreibe ich mich dem Bösen? Verschreibe ich mich dem Guten? Jeder kann das entscheiden! Und jeder verantwortet diese Entscheidung selbst, ganz alleine!

Mir wurde und wird ständig Böses angetan. Obwohl die Bösen längst begriffen haben müssten, dass es sie nicht besser macht und mich nicht böse, machen sie weiter. Das Böse existiert allein um des Böseseins. Der Hass, die Eifersucht, der Neid … die Zerstörungswut, der Diebstahl, der Übergriff, die Intrige … Der Böse erträgt es nicht, dem Guten in die Augen zu schauen. Also muss ich weg aus seinem Blickfeld. Aber ich verfolge ihn in seinen Träumen. Ich? Oder ist es sein Gewissen? Gott? Das wahrhaft Gute? Was nützt es euch Bösen, mich zu vernichten? Gott bleibt. In euren Träumen. Euer Gewissen wird euch immer verfolgen. Ihr werdet keine Ruhe finden. Könntet die ganze Welt kaputtschlagen. Eure Bosheit verfolgt euch. Ihr selbst seid euch böse und werdet immer böser. Ihr seid ein einziger Grusel. Ihr alleine habt entschieden, das Böse zu personifizieren. Niemand zwingt euch dazu. Niemand.

Jutta Riedel-Henck, 19. Oktober 2021

(aus: "Geldwertgefühl". Werk in der Entstehung: 3. Oktober 2021 – ...)