Es steht dem Menschen frei, sich in der Lüge zu betten. Er weiß um sein Tun. Auch und gerade dann, wenn er vorgibt, nicht zu wissen. Er ist haftbar. Für alles, was er tut. Diese Rechnung kann niemand anderes bezahlen als er selbst. Die wahre Schuld lässt sich nicht übertragen. Reich ist der Wahrhaftige. Die Lüge ist wertlos für jene, die sehen. Die Lüge ist eine Lüge ist eine Lüge ...

Ich fühle mich nicht schuldig. Warum? Was soll ich Böses, Verbotenes getan haben? Ich bin durch die Hölle der Lügner gegangen. Wach und aufmerksam. Die Lüge bleibt eine Lüge und die Lügner bleiben Lügner. Ein hässliches Spiel mit Zuckerbrot und Peitsche. Mit Gefühlen. Manipulationen durch komponierte Musik, den Hörer zu fangen, zu führen, an sich zu binden. Fäden knüpfend mit dem Wort, das lockt und quält, Beständigkeit heuchelt, Halt und Macht verspricht, Enttäuschung fürchtet wie der Teufel das Weihwasser.

Das Geld der Lügner ist ohne Wert. Der Wahrhaftige weiß um die Strahlkraft der Liebe. Verkauft sich nicht für was auch immer. Er hat ja alles! Ist alles! Spürt alles! Liebt in Allem. Erkennt die Lüge und den falschen Wert in jeder noch so virtuos gestalteten Dramaturgie.

Lügner sind hässlich. Stets bemüht, die Form zu halten. Glauben sich charmant in ihrem bösen Treiben. Lächeln und weinen dir ins Gesicht, schämen sich zum Schein, gaukeln dir ein Leben vor, dem sie sich in Wirklichkeit nicht hinzugeben wagen.

Wozu?

Das frag den Lügner selbst. Ich bin nicht er.

Jutta Riedel-Henck, 8. September 2022

 

aus: "Geldwertgefühl". Werk in der Entstehung: 3. Oktober 2021 – ...