Gefühle der Angst offenbaren uns die Diskrepanz zwischen Konditionierung und dem Wunsch, frei zu sein von negativen Gefühlen. Das Alte wird als Last empfunden und drängt darauf, abgeworfen, losgelassen zu werden.

Wir haben uns angewöhnt, den Lasten übermäßig viel Aufmerksamkeit zu schenken in dem Glauben, sie auf diese Weise bewältigen zu können. Dann stehen wir vor einem riesigen Berg Müll, jammern, klagen, verharren in Angststarre wie ein Kaninchen vor der Schlange oder flüchten in unsinnige Aktivitäten, die uns nur ablenken, aber nicht wirklich erlösen von der Angst.

Negative Gefühle lassen sich mit einem Fingerschnipp umlenken, indem wir bewusst entscheiden, die aktuelle Situation "positiv" zu bewerten. D. h. wir warten nicht darauf, dass von außen jemand kommt und uns mit guter Laune aus dem Tief herausholt und die Arbeit abnimmt, wir beschließen einfach, gut gelaunt zu sein.

Sie meinen, das geht nicht? Dann haben Sie es nicht wirklich getan, sondern gedacht: Was für ein Blödsinn, das klappt doch nie! – Dieser Gedanke ist negativ. Kein Wunder, dass es nicht funktioniert!

Vielleicht wollen Sie einfach schlecht gelaunt sein und herumnörgeln. Dann stehen Sie halt dazu. Das macht es Ihren Mitmenschen leichter, Ihnen den Rücken zuzukehren, ohne sich in einen (unnötigen) Streit zu verwickeln. Verantworten Sie Ihre Gefühle selbst und ganz alleine! So wird Ihnen niemand blöd kommen, um Sie zurechtzuweisen oder mit konstruktiven Lösungsvorschlägen von Ihrer Lust am Miesepeterdasein abzulenken.

Sie haben das Recht auf die gesamte Palette Ihrer Gefühle! Ihr Wille geschehe! Sie sind der Aladin in Ihrer Wunderlampe.

Jutta Riedel-Henck, 1. Juni 2022

 

aus: "Geldwertgefühl". Werk in der Entstehung: 3. Oktober 2021 – ...