Gibt es eine verschworene Gemeinschaft von "Reichen", eine Elite, die Macht ausübt und die Menschheit versklavt?

Nein. Es gibt Glaubensmuster, Gedanken, die von Menschen immer wieder mit Energie gefüttert werden. Gemäß dem Gesetz der Resonanz erkennt der Denkende "nur" Seinesgleichen. Auf diese "musikalische" Weise singen die Gleichdenkenden im Chor über die ganze Welt verteilt, ohne sich persönlich in die Augen schauen zu müssen. Die Ängstlichen singen gemeinsam, die Glücklichen singen gemeinsam. Sklave und Herrscher singen gemeinsam, schwingen auf dem gleichen Level. Sie können also sicher sein: Sobald Sie Angst verspüren und wütend werden, weil Sie sich bevormundet, ungerecht behandelt fühlen, singen Sie gemeinsam mit Ihrem Feindbild im Chor: Hand in Hand. Als Brüder und Schwestern, nicht als Herrscher und Untertan.

Die hohe Kunst besteht darin, die eigenen Gefühle zu wandeln, also bewusst mit den Frequenzen zu spielen, Autor Ihrer eigenen Gedanken und Komponist Ihrer eigenen Melodie zu sein, Ihr eigenes Lied zu singen.

Gedanken sind nicht gleichzusetzen mit Worten, Texten, verbaler Sprache. Worte sind nur Formen ohne eigenen Gehalt. Entscheidend ist die Schwingung, die Frequenz, welche Sie mit den Zeichen selbst in Verbindung bringen. Solche Verbindungen entstehen durch Konditionierungen.

Auf Konditionierungen beruhen die unterschiedlichen Geschmäcker, subjektive Vorlieben. Auch wenn Sie zu einem Fanclub irgendeines Musikgenres gehören, unterscheidet sich jeder Einzelne in seiner Wertung der wahrgenommenen Musik.

"Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall".

Unsere früheste Konditionierung erleben wir im Mutterleib und den folgenden ersten Lebensjahren nach der Geburt. Mit diesem Programm starten wir in unser eigenes Leben. So hörte ich als Tochter einer Sängerin Operetten-, Opernarien und Bachkantaten.

Mit Bewusstwerdung unserer Konditionierungen können wir diese verändern und ausbauen. In uns angelegt ist der stete Drang nach Wachstum. Würden wir die immer gleichen Konditionierungen beibehalten, könnten wir uns nicht weiterentwickeln. Neugier treibt uns in die Welt hinaus wie das "Hänschen klein" in dem berühmten deutschen Kinderlied.

Wenn aber die Mutter so sehr weinet, dass das Hänschen geschwind zurückkehrt? Sie ihr Kind nicht gehen lassen will, ihm nicht zutraut, selbst zu fühlen, denken und verantworten, aus eigenen Erfahrungen in der Begegnung mit dem Neuen, Unbekannten zu reifen, sich abzunabeln, Herr bzw. Mutter seiner selbst zu werden? Dann lernt das Kind, dass Lernen verboten ist, gefährlich, bestraft mit den Kummertränen der sorgenvoll jammernden Mutter.

Man muss sich nicht auf die Suche machen nach den Drahtziehern irgendwelcher Verschwörungen und ihrer Handlanger. Es genügt ein Blick auf den, der jammert, der angstvoll in die Welt schreit und mit schlimmen Konsequenzen droht, wenn du das und jenes machst bzw. seinen Anweisungen nicht Folge leistest. Er durfte nicht gesund heranwachsen, reifen, seine eigenen Gefühle und Gedanken ins Leben bringen und verwalten, nicht eigenständig, erwachsen, unabhängig und frei als aufrechter Mensch in die Welt hinausgehen.

Was auch immer mich ängstigt, es ist meine Angst aufgrund meiner eigenen Konditionierungen. Und nur ich kann sie für mich lösen, bewältigen, ja, zunächst einmal als solche an-erkennen, annehmen. Dann muss ich als physisch Erwachsener zurück auf den Boden des Kind-Seins. Die einst im Keim erstickte Neugier wiederentdecken, aufspüren, befreien ... und an die Hand nehmen: Ich mich selbst!

Jutta Riedel-Henck, 31. Mai 2022

 

aus: "Geldwertgefühl". Werk in der Entstehung: 3. Oktober 2021 – ...