Ist Geld = Energie?

Nein. Geld ist ein Schein. Ein Konstrukt. Ein Modell. Eine Hypothek. Ein Pfand für einen Wert, den die Menschen nicht zu leben wagen im Sein. Weil sie nicht loslassen, sich festbeißen, auf ihr Recht pochen, sesshaft zu sein, unbeweglich, stur, das Leben anzuhalten, in Stein gehauen als Denkmal für alle Zeiten und Welten für immer und ewig unsterbliche Werte zu schaffen und erhalten.

Was ist los mit den Menschen? Die Tag für Tag, Jahr um Jahr auf einen Gegenstand schauen, ohne eine Veränderung wahrzunehmen? Seine Transformation? Das Leben in jedem Ding? Bewusstsein! Den Geist, aus dem alles ist?

Aus jedem Ding strahlt Lebendigkeit. Liebe. Energie ... Wie soll der Mensch das fühlen, wenn er ständig am Rechnen ist? Über Verträgen brütet, Zahlen vergleicht, mit Namen verknüpft, dem Hammer des Richters gleich einem Henker das eigene Recht auf Leben und Liebe zu opfern?

Das Haus, in dem ich wohne, lebt. Es lebt mit mir gemeinsam. Ich empfinde Liebe für das Haus, von dem Haus. Gemeinsam sind wir Liebende. In Harmonie.

Die Menschen, die mit dem Grundbucheintrag wedeln, mich beim Gericht verklagen, mir Post ins Haus schicken durch den Briefkastenschlitz in der geschlossenen Tür, empfinde ich als Liebesfeinde, Liebestöter, Hassende, Zerstörer. Sie wollen mich besiegen. Warum nur? Warum powern sie ihre Lebensenergie in die Vernichtung meiner trauten Harmonie mit dem Haus, meinem Heim, das mir niemals signalisiert hat, es würde mich rausschmeißen wollen? Es würde mich hassen? Als Bewohnerin nicht ertragen? Ich würde es missbrauchen? Nicht schätzen? Nicht lieben?

Was lieben diese Menschen? Lieben sie überhaupt? Können sie lieben und gleichzeitig hassen? Nein. Das kann niemand.

Diese Menschen missbrauchen mich als Austragungsort ihrer eigenen Kriege und Unentschlossenheit. Sie wollen sich nicht bekennen, zum Hass oder zur Liebe, wollen sich nicht entscheiden. Also soll ich geschieden werden. Getrennt von allem.

Ich habe es mit dummen, ungezogenen verwahrlosten Irren zu tun, die glauben, sie seien im Recht, da sie von ihresgleichen bestärkt werden. Sie schlagen ihre Hämmer auf Tische, richten über mich, die Liebe, das Sein, ohne zu merken, dass sie sich um sich selbst bringen. Ob sie das so wollen? Was ist ihr Wille? Wollen sie wollen? Ihren Willen bekunden? Ihren wahren Willen? Ich habe den Eindruck, sie wollen nicht. Sie möchten, dass andere für sie entscheiden, für sie wollen, für ihre Schulden einstehen.

Das kann ich nicht. Ich kann nicht für andere leben. Ich kann nicht für andere denken. Ich kann nicht für andere empfinden. Ich kann und will nicht für andere als Austragungsort ihrer Kriege zur Verfügung stehen, denn ich habe mich eindeutig bis in alle Ewigkeit entschieden: Für die Liebe!

Jutta Riedel-Henck, 20. April 2022

 

 

aus: "Geldwertgefühl". Werk in der Entstehung: 3. Oktober 2021 – ...