Aber wie bin ich? Wer bin ich? Diese Frage ist mir oft begegnet. Darin versteckt der Schlüssel des Problems. Der vergeblichen Suche. Die heimliche Erwartung, eine Antwort im Außen zu finden, im Du, im Anderen. Der dir nicht sagen kann, wer du bist.

Du wusstest, wer du bist, dass du bist, ohne zu fragen und um Antwort zu bitten, als du herkamst in diese Welt der irdischen Manifestationen. Dann wurdest du geprägt. Durch deine Umwelt. Zur Litfasssäule der Projektionen, Erwartungen, Wünsche all jener, die sich fragten, wer sie sind, um die Anwort in dir zu vermuten. Dem Neugeborenen. Dem Frischling. Vorurteilslosen. Reinen. Unbefleckten. Kind.

Ob Christkind oder Osterhase ... gekreuzigt werden die Wünsche, an den Nagel gehängt. Die künstlichen Egos, verinnerlichten Projektionen. Geopfert wird das Sein dem Glauben der Irrenden auf der Suche nach Erlösung von ihren Lügen, den Bildern ihrer künstlich tapezierten Form.

Der Glaube, das festgenagelte Bild von einem personifizierten Gott, erlöst nur jene von ihrem Leid, die es loslassen, das Bild. Den Glauben ... den Wunsch, im Du ihrem Wegweiser zum Selbst zu begegnen.

Jutta Riedel-Henck, 17. April 2022

 

aus: "Geldwertgefühl". Werk in der Entstehung: 3. Oktober 2021 – ...