„Was empfindest Du, wenn Du Deine Ukulele spielst und welche Botschaft möchtest Du mit ihr ausdrücken?“

Der Klang der Ukulele berührt mein Herz ganz unmittelbar. Ich kenne das so von keinem anderen Instrument. Als ob eine Stimme durch sie spricht, die mein mir innewohnendes kindliches Unbedarftsein widerspiegelt und mir erlaubt, schlicht, einfach und schnörkellos zu empfinden ohne all die im Außen herrschenden Ansprüche auf Virtuosität, Perfektionismus und Leistungswahn zu bedienen.

Darin sehe ich auch den unvergleichlich hohen therapeutischen Wert: Sich dem inneren Kind zuwenden, ihm zuhören, seine Verletzlichkeit annehmen. Hinter einem so kleinen Instrument kann man sich nicht verstecken. Es erfordert Mut, es zu spielen, und ein besonderes Maß ein Feingefühl.

So leicht die Ukulele zu handhaben sein mag, so viel Raum entfaltet sich dabei für den Ausdruck der Seele, ihrer inneren Schwingung, dem wahren Selbst. Etwas, wovor viele Menschen infolge schmerzhafter Erfahrungen große Angst haben.

Sich menschlich und herzlich näherkommen beim gemeinsamen Spielen und Singen, verbunden mit Gesprächen über Alltägliches, aber auch Tiefsinniges, Vertrauen zu entwickeln und festigen, das Leben (wieder) genießen zu lernen, sich am Einfachen zu erfreuen, an den kleinen Dingen und Gegebenheiten, den wahren Reichtum im Herzen tragend und zum Ausdruck bringend, darin gehe ich auf und das möchte ich auf meine Weise (auch) mit der Ukulele in die Welt tragen.

Jutta Riedel-Henck, 10.11.2021

 

Dieser Text entstand im Rahmen eines klingenden Adventskalenders, einem Projekt von Nobert Koch, der den teilnehmenden Musikern die o. a. Frage stellte.

siehe auch: The Rowling Ukes und JRH-Kindermusik