HerzLicht

Es stürmt – ein wenig. Der Wind räumt auf. Alles Morsche fällt zu Boden.

Nach über zwei Monaten loggte ich mich in meinen von mir verlassenen Facebook-Account ein, neugierig, ob meine letzten Beiträge noch in der Chronik zu sehen sind. Ja. Im Grunde hat sich nichts getan.

Ich kämpfe immer oder oft mit meinem Verantwortungsgefühl. Soll ich, soll ich nicht? Etwas dort schreiben? Anbieten? Für jene, die sich in diesem Laden eingerichtet haben und glauben, das sei die ganze Welt?

Meine Intuition sagt nein. Lass sie in Ruhe. Wer es jetzt nicht begreift, hat sich bewusst oder nebulös bewusst entschieden, an seinem Weltbild festzuhalten, die Verantwortung dem Schicksal zu überlassen, einer fremden Macht, was und wer immer das auch sein möge …

Es ist mir zu anstrengend, all die wunden Punkte, Tretminen zu berücksichtigen, während ich mich dort bewege. Das habe ich lange genug getan. Es verklemmt mir meine eigenen Sinne, mit Samthandschuhen auf dem Boden herumzurutschen, um keine Explosionen zu provozieren, verborgene Verletzungen zu triggern. Also gehe ich den Verdrängern mit ihren unerkannten bösartigen Geschwüren aus dem Weg.

Geschwür: Schwur … Verschwörung …

Jutta Riedel-Henck, 30.1.2022