Gleich vorweg: Ich gestehe, dass ich Hegel nicht verstehe. Und ich gestehe, dass ich so gut wie die meisten Philosophen nicht verstanden habe.

Ich bin gerne Kind im Herzen und in der Verbalisierung meiner Gedanken, die aus meiner Seele aufsteigen. Für Kenner der Philosophie wie überhaupt für Kenner aller Literatur bin ich Wasser, das ihre klugweihräuchernden Pfeifen zum Dampfen bringt.

Nun hat der gute Karl mal wieder herumgegoogelt, seinen gekränkten Stolz mit altem Tabak zum Wiederaufflammen zu bringen. Suchwörter: Freiheit, Pflicht, Notwendigkeit. Und siehe da, ohooooooooo, Hegel, berühmt, großer Mann, Genie, Zitat, ha! Jetzt zeig ichs ihnen! Ich, der große, große, große Karl, der Größte, beliebteste aller Politiker des Weltalls!

https://reitschuster.de/post/lauterbach-bringt-selbst-beim-zitieren-von-hegel-falsche-fakgen/

Notwendigkeit. Karls Nöte halt. Dem Karl seine Not. Von hinten gelesen: Dem Karl sein Ton.

Warum er so beliebt ist? Weil all jene, die sich in ihn verliebt haben (Liebe ist das nicht!), wie Karl herumgoogeln mit dem Ziel, Zitate und Bestätigungen zu suchen und finden, um ihre eigenen Minderwertigkeitskomplexe zu kompensieren. Das ist ein Volkssport. Darum wird er von diesem Teil des Volkes verteidigt, gewählt, was weiß ich noch alles (ich möchte daran nicht denken).

Unsere Regierung halt. Unsere „Demokratie“. Im Land der Dichter und Denker. Ob sie wirklich von so vielen Kennern je verstanden wurden? Ich bezweifle das. Aber wer will das schon zugeben.

Jutta Riedel-Henck, 29.1.2022