Jutta Riedel-Henck ♦ Schulstr. 10 ♦ D–27446 Deinstedt

An die
Regierung der Bundesrepublik Deutschland
c/o Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
Bundespräsidialamt
Spreeweg 1
10557 Berlin

 

Deinstedt, 20.1.2022


Sehr geehrter Bundespräsident, sehr geehrte Minister, Regierungsmitglieder und -mitarbeiter!

Möglich, dass dies mein letzter Brief in Ihre Richtung ist. Wie es aussieht, schreibe ich gegen Mauern und Wände. Fassaden. Während ich aus Ihren Reden vernehme, bzw. dem, was über die Presse in Auszügen zu mir gelangt, dass sich keinerlei innere Einsicht von Ihnen ans Licht wagt bzw. eine solche sich schlicht nicht eingestellt hat.

Was will Bundespräsident Steinmeier uns mit diesem Satz sagen:

„Nur fürchte ich, diese Mehrheit darf nicht still bleiben, wenn Extremisten die Axt ans demokratische Urvertrauen legen.“

Quelle: https://www.welt.de/politik/deutschland/article236335783/Frank-Walter-Steinmeier-ueber-Corona-Leugner-Das-beleidigt-uns-alle.html


Ich weiß nicht, ob Sie Ihre Reden selbst schreiben. Ich weiß auch nicht, woher Sie Informationen beziehen, um solche Aussagen zu machen – noch dazu in aller Öffentlichkeit.

Ein Urvertrauen ist ein Urvertrauen. Da könnte wer auch immer mit der Axt in der Hand drohen, ein Urvertrauen ist ein Urvertrauen. Und Urvertrauen in eine Regierungsform? In ein politisches System? In eine Formalität? In eine Theorie? Urvertrauen?

Wer ist denn, bitte schön, „das Volk“? Das sind Menschen! Und wenn Menschen kein Urvertrauen in eine „Demokratie“ haben, dann haben sie kein Urvertrauen in Menschen! Und wo wird das Urvertrauen geprägt? Dafür müssen Sie nicht Psychologie oder Erziehungswissenschaft studiert haben, diese Fragen können Sie sich selbst beantworten.

Wer, bitte, schreibt Ihre Reden? Und was denkt er sich dabei? Was wollen sie sagen, was haben sie zum Ziel, was sollen sie bewirken? Worum geht es?

Offenbar darum, mangelndes bzw. nicht vorhandenes Urvertrauen zu verschleiern, indem man ein Feindbild erschafft und pflegt und immer wieder auftischt, das tatsächlich gestörte Urvertrauen, also Misstrauen auf dieses zu übertragen. Hier sind es (mal wieder) die „Rechtsextremen“.

Für Adolf Hitler waren es die Juden.

Das Prinzip ist ein und dasselbe.

Nun könnte ich noch dieses und jenes schreiben, Zitate von Ihnen kommentieren, aber ich halte das für fruchtlos. Denn Bildung ist keine Bringschuld, sondern eine Holschuld für „erwachsene“ Menschen, Politiker in Führungs- und Verantwortungspositionen!

Vertrauen in Sie, liebe Politiker, habe ich Null. Und damit bin ich sicher nicht alleine. Wenn Sie das Vertrauen der Menschen gewinnen wollen, dann seien Sie ehrlich! Wahrhaftig! Und legen Sie Ihre Masken ab.

Alles Gute und stets freundliche Grüße

Jutta Riedel-Henck

 

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