Die Grünen Braven

Die Eltern nahmen ihre 1980 geborene Tochter Annalena (Baerbock) „in den 1980er Jahren mit zu Menschenketten gegen das Wettrüsten und zu Anti-Atomkraft-Demos“, lese ich in der (wirklich?) freien Enzyklopädie Wikipedia. https://de.wikipedia.org/wiki/Annalena_Baerbock

Als Jugendliche (Jahrgang 1961) war ich selbst in der Anti-Atomkraftbewegung aktiv, bewegte mich allerdings ohne Mama und Papa auf eigenen Füßen. Der politische Protest gemeinsam mit Gleichgesinnten war zugleich Ausdruck meiner Befreiung aus der mütterlichen Überbehütung. Sturm und Drang, raus aus dem Elternhaus, Verbotenes wagen, Abenteuer leben.

Wir kleideten uns in blauen (Arbeiter-)Latzhosen, nähten Klamotten aus alten Bettlaken, trugen Birkenstocklatschen, tranken Bier, rauchten selbstgedrehte Zigaretten, suchten die Nähe zur Natur, zum einfachen Leben ohne Schnick-Schnack.

Die „grüne“ Annalena steht heute als geschminkte Außenministerin in Pumps mit den Fußspitzen nach innen gekehrt da wie ein braves Schulmädchen und „redet“ (oder versucht zu lesen), als hielte sie ihr erstes Gemeinschaftskunde-Referat in der 5. Klasse.

Das Gegenteil von selbstbewusst, frech, wild, eigensinnig, kreativ, verspielt, emanzipiert und mutig, einer das Taka-Tuka-Land ansteuernden Pippi Langstrumpf, deren Seeräuber-Opa Fabian sich nicht zu fein war, bei jedem Sturm ins Meer zu kotzen, mehr, als einer essen kann.

Jutta Riedel-Henck, 16.12.2021