Jutta Riedel-Henck

Wahre Schaffensfreude

Wenn ich mich hier und da in der Öffentlichkeit äußerte und dabei Begriffe anwandte, die in „der“ Psychologie einen großen Stellenwert einnehmen, fühlte ich mich wie ein Kind, das gewagt hatte, aus seinem inneren Empfinden heraus Gedanken zu entwickeln, um damit Reaktionen zu provozieren, die diese Art des Denkens und Formulierens abwerteten. Dann hieß es, das und jenes würde aber laut Definition solches und anderes bedeuten, und dies in einem Tonfall, der mich fühlen ließ, dass ich etwas Verbotenes, Falsches, Schlechtes getan hätte. Sogleich spürte ich ein großes Macht-Gefälle: Die Studierten, Akademiker mit ordentlichem Abschluss von Diplom bis Doktor, womöglich einem öffentlich angesehenen Image in irgendeiner Funktion als Professor, Therapeut ... Soundso, erfolgreicher Sachbuchautor eines großen Verlages, glaubten sich offenbar in Sicherheit mit ihrer Handhabung des entsprechenden Begriffes. Mehr noch, schien er ihr ureigener Besitz zu sein, über dessen Gebrauch nur sie zu bestimmen hätten.

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Positives Denken

Über das positive Denken gibt es viele Missverständnisse. Das größte, über das ich immer wieder stolpere, ist, mit Gedankengewalt etwas schön zu reden, was einem im tiefsten Inneren missfällt.

Dann werden still, leise oder auch laut Affirmationen gebetsmühlenartig aufgesagt, die das schlechte Gefühl in ein gutes verwandeln sollen.

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Liebe, Autonomie und Bindung ...

Liebe, Autonomie und Bindung, Freiheit – geht das zusammen?

Erst kürzlich hörte ich in einem Vortrag eines Wissenschaftlers den Hinweis, dass Autonomie und Bindung gleichermaßen wichtig seien für eine gesunde Entwicklung des Kindes.

Mit Bindung ist hier die Bindung an Menschen gemeint, Mutter, Vater, Bezugspersonen. Die Bindung spielt aber nicht nur in der Kindheit eine große Rolle, sie ist eine zentrale Komponente in jeder Art von Partnerschaft.

Bindung und Autonomie, Freiheit und Gebundensein, ist das unter einen Hut zu bekommen?

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Boat on the river

Das habe ich nicht so gemeint, das war mir nicht bewusst, so heißt es oft, wenn Menschen in Wortgefechten aneinandergeraten und sich uneins fühlen.

So selbstverständlich ist uns der Umgang mit Worten, der Ausdruck in verbalen Formulierungen, dass wir uns ihrer erst bewusst werden, wenn jemand deutlich zu erkennen gibt, dass er etwas anders verstanden hat als der Sprecher oder Schreiber es im Sinn hatte – oder auch nicht im Sinn?

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Sabo Tage

Die Selbstsabotage in einer endlos langen Story, auf der Suche nach Verbündeten, statt nach Lösung und Veränderung, verstrickt in Kontrollmustern, die Umwelt zu manipulieren, stolz die selbst gepflegte Blindheit zu verteidigen, ihr zum Opfer zu werden, Opfer zu sein vor anderen, Schuld im Außen, Verantwortung übertragend, unmündig bleibend für das eigene Sein – und doch selbst geschaffen, die Lebensgeschichte des Menschen, an dem sich jeder Helfer die Zähne ausbeißt.

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Strangulanz

Der strenge Mensch
im An
sich renkt
er hängt
an seinem Glauben

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Der Gerechten Verlust

Nichts ist so unkreativ wie der Rechtfertigungsmodus.

Kein Recht ist fertig. Es sei denn, du legst wert darauf, dich fertig machen zu lassen. Oder fertig zu sein? Machst du dich fertig? Für wen?

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Grenzen Los

Wahre Liebe fließt in den Zwischenräumen der Glaubensgemeinschaften. Die Menschen suchen Gott im Toten, im Festhalten an Bildern, Formen, geschlossenen Räumen ihres Denkens. Sie perfektionieren ihre Kunst in Werken, um sie auf Bühnen zu präsentieren, im Applaus ihres Publikums den Glanz des Spiegels zu verwechseln mit dem Göttlichen, von dem sie glauben, so sei es. Doch was sie fühlen und darstellen, ist die Sehnsucht nach Gott, ohne je Erfüllung zu finden.

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