Jutta Riedel-Henck

Was ist bequemer?

Sich im einmal Geglaubten festzuliegen, über die Druckstellen zu klagen, sich in die Methoden der Wundbehandlung zu verbeißen, mit Glaubensgenossen Klagelieder anzustimmen und sich gegenseitig zu bestärken im unaufhaltsamen, schicksalsgegebenen Dahinsiechen ... – oder die Infragestellung alter Glaubensmuster?

Die Antwort fällt so unterschiedlich aus wie die Menschen ihr eigenes Leben gestalten. Nur eines weiß ich gewiss: Ich als Infragestellerin alter Glaubensmuster empfinde die Bequemlichkeit der Ewiggestrigen als unbequem. Da dies auf Gegenseitigkeit beruht, werden wir es uns niemals gemeinsam gemütlich machen und einander besser aus dem Weg gehen.

Jutta Riedel-Henck, 6. Februar 2016