Jutta Riedel-Henck

Take Twenty

            Du möchtest ein Gespräch mit mir.

Ja, danke, dass du da bist.

            Hast du mich vermisst?

Offenbar, sonst würde ich mich nicht bedanken.

             Warum?

Ich war verstrickt.

            In keiner schönen Geschichte.

So ist es. Und ich verstehe die Menschen nicht, warum sie diese hässlichen Geschichten schreiben.

            Du musst sie nicht verstehen.

Ich neige offenbar dazu, sie ändern zu wollen.

            Das ist natürlich. Und du kannst es.

Die Geschichten der anderen?

            Deine Geschichte. Schreib sie weiter.

Bin gerade dabei.

            Worin besteht die Kern-Aussage?

Ich wünsche mir Menschen um mich herum, die durch sich selbst leben.

            Lebe du durch dich selbst, und sie werden bald da sein.

Wenn mich meine Vergangenheit nicht einholt.

            Das kann sie nicht.

Doch, irgendwie schon.

            Nimm mit, was du liebst, lass den Rest zurück.

Das kann ich nicht.

            Dann lass alles zurück.

Und wer bin ich dann?

            Frei!

Ich möchte nicht immer so frei sein.

            Was stört dich daran?

Es ist anstrengend, ständig entscheiden zu müssen.

            Dann triff Entscheidungen auf einer höheren Ebene.

Kannst du mir ein Beispiel nennen?

            Entscheide dich für die Liebe.

Das habe ich doch schon.

            Denke an nichts anderes.

Genau das fällt mir schwer.

            Das liegt an deinem schlechten Umgang.

Ich weiß. Und jetzt suche ich einen besseren.

            Einen viel besseren!

Meine Ansprüche waren zu niedrig?

            Absolut!

Zeigst du mir die Richtung?

            Ja!

Danke!

JRH, 25.11.2017