Jutta Riedel-Henck

Take Fourteen

Kürzlich las ich einen Artikel von Eckhart Tolle, in dem er das Ego thematisierte.

            Das böse Ego?

Tolle definierte es für sich als das „falsche Selbst“.

            Warum nennt er es dann Ego?

Das habe ich mich auch gefragt.

            Vielleicht ist das die Sprache aller falschen Selbste?

Dass das einmal Gefälschte immer wieder aufgetischt wird?

            Wenn du sprichst, wie du empfindest, wird es falsch verstanden.

Von den falschen Egos.

            Oder den Egolosen.

Oh ja, die Egolosen, die Selbstlosen ... sind das eigentlich alles Loser?

            Zum Gewinnen braucht man ein Ego.

Zum Existieren!

            Zum Sein.

Das Ego-Loser-Dasein ist ein Schein, kein Sein.

            Lüge.

Schauspiel.

            Schauernst.

Todernst!

            Schluchz.

Mir hat mal einer vorgeworfen, dass ich ständig das Wort ich schreiben würde: ich ich ich ich ...

             Er hätte es lieber gehabt, wenn du immer du du du du geschrieben hättest.

Genau. Um sein Ego zu füttern.

            Konnte noch nicht selbst essen.

Stehen auch nicht.

            Dann kannst du lange warten, dass er dich ver-steht.

Ich warte da nicht lange, sondern gehe weiter. Ich hab ja mich.

            Selbst.

Richtig selbst.

            Ganz selbst.

Nur ich, sonst nix.

            JRH, 21. Juni 2017