Jutta Riedel-Henck

Einsamkeit

Ich öffnete einen Karton mit Briefen, Postkarten, an mich gerichtet. Las darin und fühlte die Erniedrigung von damals aus der gegenwärtigen Perspektive, um mich selbst an die Hand zu nehmen, noch einmal, vielleicht überhaupt erst jetzt einen bewussten Schritt zurückzutreten: zu mir.

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Das verwahrloste Ich

Das freie Ich ist all das, was die unfreien Ichs meiden, indem sie ihr Ego durch unzählige und vor allem unkontrollierbare Bedingungen „kreieren“ (lassen), während sie selbst nur die Funktion eines Tüftlers einnehmen, mit Zahlenschiebepuzzle oder Zauberwürfel spielen, ohne den Rahmen des Vorhergegebenen zu sprengen, das Feld zu verlassen, das Dingliche aus der Hand zu legen bzw. ihm die Aufmerksamkeit zu entziehen.

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Verantwortung und Selbst-Bewusstsein

Wenn Gedanken unsere Realität erschaffen, fixieren die Beobachter ihre Umweltbedingungen, um sie in diesem Moment zu reproduzieren: Ein geschlossener Kreis der Wahrnehmung und ihrer Manifestation im „Physischen“, Sicht- und Greifbaren.
Wirken mehrere Schaffende in einer Gemeinschaft, bedarf es der Übereinstimmung aller Beteiligten, um jeden gleichermaßen zufrieden zu stellen.

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Der verantwortungslose Fischer

Er lotet aus, der Mensch, und verpasst den Moment, sich seiner Grenzen bewusst zu werden. So mutet er sich seinen Nächsten zu wie ein Poltergeist, der seinen Körper weder liebt noch beherrscht, um wie ein Staubsaugroboter unter Dauerstrom über Böden zu flitzen, ungeachtet der Tatsache, dass er mehr Dreck aufwirbelt und verbreitet als aufnimmt, vergisst er doch das regelmäßige Ausleeren des Staubfangbehälters.

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krank gepflegt

Kranke

betreuen Kranke

und definieren sich als gesund

über die Krankheit

des Betreuten

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Narzissmus

Die ersten Jahre meines Lebens verbrachte ich in der Goethestraße in Aachen. Von dem wohl berühmtesten deutschen Schriftsteller stammt das bekannte Zitat aus der Tragödie Faust:

[Ich bin] Ein Teil von jener Kraft,

Die stets das Böse will und stets das Gute schafft.

[...] Ich bin der Geist, der stets verneint!

Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,

Ist wert, daß es zugrunde geht;

Drum besser wär’s, daß nichts entstünde.

So ist denn alles, was ihr Sünde,

Zerstörung, kurz, das Böse nennt,

Mein eigentliches Element.

http://gutenberg.spiegel.de/buch/-3664/6

Einer von unzähligen berühmten Narzissten, die nicht in sich selbst ruhend der göttlichen Liebe gewahr werden, um sich an jedem Moment des Lebens, Hierseins, Daseins, Seins zu erfreuen, stattdessen unaufhörlich danach strebend, sich über das Außen und seine Reaktionen zu definieren, niemals zufrieden, immer danach strebend, etwas zu kriegen [sic.], was sie in sich selbst nicht zulassen, um Gott und die Welt verantwortlich zu machen für ihr Glück bzw. Unglück.

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Verdränger

Während ein guter bzw. erfolgreicher „Lügner“ seine Gedanken durch eindeutiges und zweifelsfreies Fokussieren auf das von ihm gewünschte Ziel richtet, um die Energie frei und ungehindert durch den so geschaffenen Kanal fließen zu lassen, ist der Vorgang des Verdrängens Ausdruck fehlgeleiteter Energie.

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