Jutta Riedel-Henck

Wendepunkt

MMWenn ich mich frage, warum ich hier bin, weiß ich nur zu sagen: um meinen Weg zu gehen. Mit dem Älterwerden finde ich zurück zu meinen ursprünglichen Wünschen und Zielen, und gerade heute, am letzten Tag des Jahres 2017, bin ich mir so bewusst wie nie zuvor, hinter mir zu lassen, was der Erfüllung meines wahren Seins Feind war.

Vielen Menschen bin ich begegnet, darin verborgen Seelen, die mir vertraut waren aus alten Zeiten, weit zurückliegenden „früheren Leben“. Wir kamen uns nahe wie einst, ich vertraute ihnen – wie einst, und erlebte die falschen Bilder und Projektionen – wie einst, um meine Seele als Austragungsort von kriegerischen Dramen zur Verfügung zu stellen, während ich in vollem Bewusstsein den intriganten Verwicklungen folgte, mein tief verwurzeltes Bedürfnis nach Klärung erlittener Verletzungen zu befriedigen.

Ich erkannte, was ich früher nicht wahrhaben wollte oder konnte, dass Bosheit weder Krankheit noch Ausdruck unbewusster Konflikte vermeintlicher Opfer ist, sondern der Intention bedarf, Schaden anzurichten, um als solche Wirkung zu zeigen. Ich erkannte die ungeheure Macht jedes Einzelnen, insbesondere jener, die mich in ihre selbst geschaffenen Dramen lockten und verwickelten, die Kraft der Gedanken, die ich fern ihrer Manifestierung in greifbaren Worten, sichtbaren Bildern oder hörbaren Klängen zu erspüren vermag, während ich detektivisch die Zusammenhänge erforschte und genügend Beweise fand, um endlich loszulassen, auszusteigen aus all den Dramen, deren Urheber auf eine Weise Regie führten und nach wie vor führen, die ich nicht zu unterstützen bereit bin.

Nun bin ich frei, mich ganz meiner eigenen Geschichte und Autorenschaft zu widmen, Regie zu führen mit der eindeutigen Intention, jene Menschen, die wie ich den Frieden lieben, aufzuklären und ermutigen, der Stimme ihrer Seele zu vertrauen, ungeachtet all der Lügen pflegenden Großmäuler, die sich auch gerne mal als Opferlamm verkleiden, um im Schutzmantel des Mitleids Seelen anzuwerben für ihre versteckt boshaften Rollenspiele.

Jutta Riedel-Henck, 31.12.2017