Der Teufel bedient sich für sein Schaffen der wahrhaft Schöpferischen, Liebenden, werbend um die Gunst der Süchtigen mit dem Elixier der uns alle nährenden Energie, ihr sein persönliches Etikett zu verpassen und es als Eigenkreation zu verkaufen: Du brauchst mich, wenn du leben willst! Ohne mich hättest du dich nie erkannt! Ohne Schwarz kein Weiß!

Seine wohl größte Lüge.

Niemand braucht den Teufel. Niemand braucht einen Goethe oder Nietzsche, der Gott für tot erklärt. All die sich selbst feiernden „Persönlichkeiten“ brauchen ihren Glauben, ihre Lüge, um der Unfähigkeit zu lieben eine Maske aufzusetzen.

Je größer das Ego, desto gewichtiger die Bücher.

Ich brauche keine Mörder, um mein Leben zu lieben. Keine Eifersuchtsdramen, Sado-Maso-Thriller, Peitschen- und Zuckerbrot-Pädagogik.

Ich muss mir nicht täglich die Hände verbrennen, um die Hitze des Feuers zu spüren. Die Menschen trainieren sich ihre Sensibilität und Empfindsamkeit ab, um sich immun zu glauben, mit Muskelpaketen und Hornhaut die Seele zu panzern. Statt sich auszubrüten und zu schlüpfen, verleugnen sie ihr inneres Weich-Ei-Befinden, um es im Außen herunterzuspielen und bekämpfen.

Die Masken demonstrieren uns das Ausmaß der die Empfindsamkeit leugnenden Gesichter.

 

aus: "Corona – Spielball der Schöpfung" von Jutta Riedel-Henck (Werk im Entstehen, 20. April 2021 – ...)