Jutta Riedel-Henck

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Selbst-Verrat

Missgunst, Eifersucht, Habgier, Streitlust und Gewinnstreben dienen dem Wir-Ich als Durchsetzungsinstrument aufgrund des Glaubens, ihr verwahrlostes Ich bedürfe des Herausgehobenseins aus der Masse, dem WIR, um als Individuum in Erscheinung zu treten, aufzufallen, sich zu unterscheiden und abzugrenzen.

Rennt die Masse, gilt der Langsame als herausragend, spielt sie „Für Elise“ von Beethoven, vermag ein 12-Ton-Stück den erwünschten Kontrast zu provozieren. Die Absurdität bricht sich selbst ihr Genick, wenn die auf „Neue Musik“ Bauenden ihr „Nischen-Dasein“ in die Welt tragen, um sie jedermensch schmackhaft zu machen.

Der Selbst-Verrat kennt keine Grenzen auf dem Markt der Eitelkeiten.

 

aus: Freiheit (Arbeitstitel), Werk im Entstehen, Jutta Riedel-Henck, 20. Oktober 2018 bis ...